Sungura und die Sonnenblumen von Margarete Rosen

Sungura, das hellblaue Himmelskaninchen, lebte im Lande Euregio. Hier war alles hell und freundlich. Doch manchmal verdunkelt sich der Himmel und es regnete. Dann wurde alles nass. Der Regen füllte die Bäche. Gras, Bäume und alle Pflanzen konnten wachsen.

Eines Tages, kurz bevor es regnete, bat die Großmutter Sungura darum, ein paar Körner im Garten in die Erde zu stecken. Sie sagte zu Sungura: „Wenn es aufhört zu regnen und die Erde trocken wird, musst du die Körner jeden Tag gießen. Habe etwas Geduld und schau, was für eine Pflanze wachsen wird.“ So ging Sungura jeden Tag in den Garten und goss die Körner.

Nach einigen Tagen schauten zwei kleine grüne Blättchen an einem Stängel aus der Erde heraus. Sungura war ganz aufgeregt und erzählte es sofort der Großmutter und ihrem Bruder Dajan. Großmutter lachte und alle freuten sich über das kleine Pflänzchen. Sungura gab dem Pflänzchen weiterhin jeden Tag etwas Wasser. Das Pflänzchen wurde größer und größer. Bald war es eine schöne, starke, grüne Pflanze mit großen Blättern und einem Blütenkopf mitten auf dem Stiel.

Als Sungura einige Tage später morgens in den Garten kam, hatte die Blume ihre Blüte geöffnet. Sonnengelbe Blütenblätter um eine kakaobraune Mitte waren zu sehen. Sungura war ganz aufgeregt. Großmutter trug Dajan in den Garten und zusammen bestaunten sie diese schöne große Blume. Großmutter erklärte den Kindern: „Diese Blume ist eine Sonnenblume. Jeden Morgen öffnet sie ihre Blüte und schaut zur Sonne und dreht sich den ganzen Tag in Richtung Sonne. Ihre braune Blütenmitte ist voll mit Kernen. Die Kerne sind gesund und sehr lecker.“ Sungura schaute Großmutter lächelnd an: „Dann hast Du uns ja etwas Leckeres in den Garten gepflanzt. Wann dürfen wir die Sonnenblumenkerne denn essen?“ „Wenn die Sonnenblume verwelkt, dann könnt ihr die Kerne einsammeln. Ein Drittel dürft ihr direkt naschen, ein Drittel ist für die Winterzeit, dann brauchen wir die Kerne, um unseren Hunger zu stillen, da sie sehr gesund sind. Und ein Drittel hebst du auf, Sungura, und pflanzt sie nächstes Frühjahr wieder in den Garten, damit neue Pflanzen wachsen können. So erhalten wir den Kreislauf des Lebens.“

Genau wie Großmutter es gesagt hatte, verteilte Sungura die Körner. Ein Drittel für den Herbst, ein Drittel für den Winter und ein Drittel für den Frühling. Und im Sommer? Ja, im Sommer freuten sich alle an den schönen Blüten der Sonnenblumen im Garten. Und weil Sungura sich vortan immer um die Sonnenblumen kümmerte, wurde das hellblaue Kaninchen „Sungura mit der Sonnenblume“ genannt.